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Montag, 11. Mai 2015

Autor Albert Precht verunglückt



Wir trauern um unseren lieben Freund und Autor, Albert Precht. Sein unerwartet plötzlicher Tod hat uns zutiefst erschüttert.
 
Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.



Albert Precht (* 1947 in Bischofshofen, † 2015 auf Kreta) war Berg- und Skiführer. Im Zeitraum von 5 Jahrzehnten gab es unzählige Kletterfahrten, darunter mehr als 1000 Erstbegehungen in ernsten alpinen Felswänden. Kompromissloser Materialverzicht war für ihn der sinngebende Zugang zum Abenteuer. Er hat mehrere Kletterführer zu den Gebieten Hochkönig und Tennengebirge verfasst sowie Kletterfilme produziert und an ihnen mitgewirkt. Seine Autobiografie „Tausend und ein Weg“ erschien 2003. In Anerkennung seiner Erschließungstätigkeit erhielt Albert Precht 2003 das Salzburger Verdienstkreuz in Gold und 2010 den King-Albert-Award. Im Mai 2015 verunglückte Precht bei einer Klettertour auf Kreta tödlich.



Nach oben. Nach oben. Nach oben.
Schlüsselmomente aus tausend Erstbegehungen

Wenn dich der Berg nicht mehr loslässt.

"Wunderbar" ist kein übertriebenes Wort, wenn ich im Zeitraffer meine Bergerlebnisse, verschmolzen in tausend Erstbegehungen, im Geiste noch einmal durchgehe. Zwischen den Abschieden und dem Heimkommen lag stets das Unvorhersehbare. Es war der Zauber, an einem Ort zu sein, wo in all den Millionen Jahren kein Mensch zuvor war.
„Albert Precht hat bewiesen, dass das Abenteuer Fels auch heute noch möglich ist. Es braucht dazu Können, Kreativität und die Gabe es zu wagen. All das hat Albert Precht zu einem der Neuerer des Felskletterns gemacht, zum „König“ der hohen Vertikalen." (Reinhold Messner)

160 Seiten, Hardcover, durchgehend farbig bebildert, 978-3-7025-0706-0, € 25,-

Dienstag, 21. April 2015

„Er gangat jo - oba sie!“

Liebe Bücherfreundinnen und Bücherfreunde,

heute möchten wir Ihnen in unserem Blog wieder eine Leseprobe zur Verfügung stellen. Kurzweilig, lustig und - vor allem für diejenigen, die Dialekt sprechen - zur Gänze nachvollziehbar. Etwas Unterhaltsames für Zwischendurch aus unserem Bestseller „Der Onkel Franz“ von Klaus Ranzenberger.

Rufmord im Konjunktiv
(Kapitel aus „Der Onkel Franz“, 2014, Verlag Anton Pustet)

Der Onkel Franz ist an sich ein umgänglicher Mensch. Trotzdem kann es vorkommen, dass er jemanden nicht mag. So geschehen beim Ehepaar – nennen wir es Maier –, das – warum auch immer – so gar nicht in seiner Gunst stand. „I mecht ja nix gsogt hom“, begann er dann immer, wenn es darum ging, die Maiers verbal zu vernichten, „oba woast, er gangat ja – oba sie!“ Soll heißen, SIE geht auf gar keinen Fall! ER wiederum „gangat ja“, was nach meinem grammatikalischen Verständnis eigentlich nur heißen kann, dass ER genauso wenig geht. Um den Herrn Maier nun endgültig gesellschaftlich unmöglich zu machen, bedient sich der Onkel der beliebten Redewendung: „So hätt er ja nix Bös!“ Er hätte also nichts Negatives an sich, wären da nicht seine vielen schlechten Eigenschaften. „So kunnst ja ois von eam hom!“ Könnte man – würde man wollen –, will man aber nicht!

„Mechat, gangat, hätt und kunnst“ – also möchte, ginge, hätte und könnte – der Konjunktiv. Im Innviertel, denke ich, ist der Konjunktiv die Unmöglichkeitsform!

Dieser Unmöglichkeitsform bedient sich der Onkel Franz auch gerne, wenn er mit Themen konfrontiert wird, die ihn entweder gar nicht interessieren oder deren Erledigung er am liebsten auf den Jüngsten Tag verschieben möchte. „Do miassat ma amoi redn!“ oder „Da redn ma nu“, sagt er dann. Ähnlich in der Bedeutung ist es auch, wenn der Personalchef einem am Ende eines Vorstellungsgespräches die Hand reicht mit den Worten „Sie hören von uns“ oder „Wir melden uns bei Ihnen“.

Niemand meldet sich, nichts hören wir. Genauso wenig wie der Onkel Franz gewillt ist, jemals über das missliebige Thema zu sprechen. „Oba do miassat ma nu amoi drüber redn!“

Die vorangegangenen Beispiele Innviertler Sprachregelungen sollen nicht die letzten gewesen sein, weitere werden folgen. Auch sollten an dieser Stelle noch keine voreiligen Schlüsse über den Charakter des Onkels oder seinesgleichen gezogen werden, noch unzählige Facetten sind hinzuzufügen. In folgender Geschichte wird speziell der Heimatort meiner Großeltern väterlicherseits beschrieben, so oder so ähnlich kann man sich aber auch das Biotop vorstellen, das den Onkel hervorgebracht und geformt hat.

http://www.pustet.at/Der-Onkel-Franz_33_p361.html
Print: 978-3-7025-0767-1, € 22,00
eBook: 978-3-7025-8001-8, € 14,99